24-h-Schwimmen 22./23.05.2010 in Bad Soden
25 Kilometer reichten zum Sieg, eine Distanz mit der man bei einem 24-h-Schwimmen wohl selten gewinnt. Sei es drum. Samstagmorgen kommen wir Bad Sodener Freibad an. Doreen, Jörg und ich bauen unser Domizil für die nächsten rund 24 Stunden auf. Um 12 Uhr mittags erfolgt der Startschuss und ich stürze mich auch gleich in eine der drei vom restlichen Badebetrieb abgetrennten Bahnen. Erster Kilometer unter 17 Minuten; natürlich mal wieder viel zu schnell. Schnell pendeln sich die Zeiten um 19 Minuten ein. So nehme ich bei strahlendem Sonnenschein Bahn um Bahn. Jeden Kilometer greife ich zur Trinkflasche; alle 5 KM führe ich pürierte Kartoffeln im Beutel zu mir.
Die Bahnen sind teilweise brechend voll, dann schwimme ich auf einmal wieder ganz allein. Es ist kein klassisches 24-h-Schwimmen, sondern eine Präsentation des gastgebenden Schwimm-Vereins mit Badebetrieb und Rahmenprogramm. So kann ich bei jedem zweitem Atemzug im Augenwinkel beispielsweise die Darbietungen der Turmspringer und Synchronschwimmer verfolgen. Bis kurz vor 19.00 Uhr habe ich exakt einen Halbmarathon voll. Nach 422 Bahnen entsteige ich dem 24 Grad Celsius kalten Wasser trotz Neoprenanzugs leicht frierend.
Hatte ich mich Tage zuvor noch darüber geärgert, dass das Endspiel der Champions League genau an diesem Samstagsabend stattfindet, war ich nun froh darüber. Die letzten drei Kilometer waren doch schon unangenehm kalt. Die Pause kommt somit wie gerufen. Also springe ich schnell unter die Dusche und
dann bin ich auch schon bei Freunden zum gemeinsamen Grillen und Fußballgucken. Zurück im Schwimmbad bekomme ich vom Wettkampfrichter die Information, dass ich weit in Führung liege und begebe mich ins Zelt zum Schlafen.
Morgens um 7.00 Uhr informiert mich Jörg, dass in der Nacht ein Schwimmer genau acht Bahnen mehr geschwommen sei und ich nochmal ins Wasser müsse. Also quetsche ich mich mit müden Armen wieder rein in den Neo. Beim Zusammenzählen der Bahnen wurden im Wettkampfbüro über Nacht auch noch 12 Bahnen verschluckt. So schwimme ich weitere 90 Bahnen um die 500 offiziell vollzumachen.
Jörg und Doreen schwimmen auf mehrere Einheiten verteilt je 16,2, zwei weitere Bekannte von Doreen zusammen ca. 15 Kilometer. In der Teamwertung belegen wir mit rund 72 KM Platz vier. Die drei Teams vor uns zählten jedoch deutlich mehr als zehn Teilnehmer. In der Einzelwertung belegen Doreen und Jörg jeweils den 2. und ich den 1. Platz. Dabei bin ich nach meiner Zählung
422 Bahnen = 21,1 KM in 6:50:08 h
+ 92 Bahnen = 4,6 KM in 1:32:29 h
514 Bahnen = 25,7 KM in 8:22:37 h
geschwommen. Mit der Siegerehrung geht das 1. Bad Sodener 24-h-Schwimmen zu Ende - wie wir finden - ein gelungener erster Versuch des ESSC.
Webseite des ESSC: www.essc-online.de
Berichte zum 24-h-Schwimmen: www.essc-online.de/v10_schwimmen6.php














